
Unser Therapiekonzept
Unser Verständnis von Abhängigkeitserkrankungen basiert auf dem wissenschaftlich anerkannten sogenannten „bio-psycho-sozialen“ Entstehungsmodell, das diese unterschiedlichen Entwicklungsstränge gleichermaßen in der Therapie beachtet. Des Weiteren begreifen wir Sucht als Folge und Bewältigungsversuch einer tiefgreifenden Störung grundlegender menschlicher Grundbedürfnisse wie denen nach Orientierung, Kontrolle, Bindung an andere Menschen, Selbstwertachtung, Lustbefriedigung und Unlustvermeidung.
Unser Therapiekonzept umfasst Abschnitte, die aufeinander aufbauen und die unterschiedlichen und ineinandergreifenden Ursachen abhängigen Verhaltens individuell behandeln. Das Zusammenleben in der Klinik und in den Bezugsgruppen ist dabei ein wesentliches verbindendes Element. Hier kann man Beziehungsmuster und auch -probleme erkennen, die im Zusammenhang mit problematischem Alkoholkonsum stehen, und auch eigene Ressourcen und Kraftquellen wiederentdecken.

Aufnahmegruppe
Zu Beginn der Therapie durchlaufen alle Rehabilitand*innen eine Aufnahmegruppe, die der Orientierung und Vermittlung von Basisinformationen in einer zunächst ungewohnten Umgebung dient.
Einzel- und Gruppentherapie
Die Einzel- und Gruppentherapie gehört zu unseren zentralen therapeutischen Behandlungselementen, um zielorientiert auf die individuellen Behandlungsbedürfnisse unserer Rehabilitand*innen eingehen zu können.
Angehörigenseminare und -gespräche
Wir bieten Angehörigenseminare an, bei denen auch Jugendliche ab 16 Jahren willkommen sind. Auch Angehörigengespräche werden angeboten. Durch gezielte Informationsvermittlung und Strukturierung des Austausches unterstützen wir Klärungsprozesse, die sowohl unseren Rehabilitand*innen wie deren Angehörigen zugute kommen sollen.
Frauengruppe
Wir bieten ein separat laufendes Therapieprogramm nur für Frauen an und gehören mit dieser Tradition zu den Vorreitern unter den norddeutschen Suchtfachkliniken. Dieser Schutzraum berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse abhängigkeitserkrankter Frauen. Frauen, die diesen Schutzraum nicht benötigen, können auch in unseren gemischten Therapiegruppen behandelt werden.
Behandlung seelischer Begleiterscheinungen
Seelische Folgeprobleme der Abhängigkeitserkrankung sowie seelische Beeinträchtigungen, die schon vor der Entwicklung der Abhängigkeit bestanden, diagnostizieren wir besonders sorgfältig und behandeln sie in spezifischen Gruppenangeboten sowie psychiatrisch/psychotherapeutischen Einzelgesprächen (insbesondere Depressionen, ADHS, Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen).
Rückfallbehandlung während des Klinikaufenthalts
Gelegentlich überschätzen unsere Rehabilitand*innen ihre Belastungsfähigkeit oder unterschätzen problematische Lebens- und Therapiesituationen. Bei so entstandenen Rückfällen nehmen wir eine eingehende Diagnostik der Begleitumstände vor. Sie bieten auch die Chance, sich verstärkt mit der Abhängigkeitsproblematik auseinanderzusetzen und so weiterzuentwickeln. Bei anhaltend nicht ausreichender Behandlungsmotivation führen Rückfälle in der Regel zur Entlassung.
