„Ich arbeite in den Stiftungen, weil ich mich hier wohlfühle. Deshalb fahre ich jeden Morgen 75 Kilometer hierher.”

Claudia, Hauswirtschaftskraft im Ambulanten Pflegedienst der Flutopfer-Stiftung

Name: Claudia 

Funktion/ Berufsbezeichnung: Hauswirtschaftskraft

Bereich/ Einrichtung: Ambulanter Pflegedienst der Flutopfer-Stiftung

Eintritt: 01.09.2009

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich komme hier an und packe meine Sachen zusammen. Ich komme wirklich gerne hierher und freue mich auf meine Leute. Ich habe meine Tour vorgegeben, weiß aber, dass ich umswitchen kann, wie es mir passt. Die Arbeitsaufteilung ist immer flexibel, selbst wenn sie vorgegeben ist. Wenn ich zum Beispiel jemanden dazwischenschiebe, weil ich einen Tag frei habe, kann ich das selbst entscheiden. Meine Tätigkeiten sind Haushalt und Wäsche bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, und dabei kann ich walten, wie ich möchte. Man hat so seine festen Leute, aber nichts ist eingefahren, sondern locker und flexibel.

Was bedeutet dir deine Arbeit?

Sie bedeutet mir wirklich viel. Ich komme gerne zur Arbeit, das ist für mich eine Ergänzung zum Alltag. Es gibt mir Freude, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner sich freuen. Wir sind mittlerweile ein sehr kleines Team, aber es ist alles gut vorbereitet, die Absprache mit den Kolleginnen ist gut, man spricht sich beim Einspringen und Tauschen von Diensten ab. Wir sind wenige, aber es harmoniert, es ist wirklich wie eine kleine Familie. Die Dienste abzudecken ist nicht immer einfach, da muss man auch mal zurückstecken, aber wenn das alle machen, ist das ein gutes Miteinander. Es ist ein Geben und Nehmen, und das funktioniert.

Gab es einen besonderen Moment, den du so schnell nicht vergisst?

Es gab sehr viele schöne Momente. Wir hatten mal einen 75. Hochzeitstag hier, das ist schon etwas her. Der Bewohner lag im Bett, und seine Frau hat immer aufgepasst, wenn wir ihn gewaschen haben. Die beiden hatten dann ihren 75. Hochzeitstag, das war ein tolles Erlebnis. Das muss man heutzutage erst mal schaffen. Wir sind mit ein paar Leuten noch hingegangen, weil das etwas Besonderes war und man sowas auch feiern sollte.

Wie unterstützt dich die Flutopfer-Stiftung als Arbeitgeberin?

Ich denke schon, dass sie mich unterstützen würden, wenn ich das bräuchte. Auch wenn ich in meinem Alter selbst sage, dass ich nicht mehr viel brauche. Bei einer Kollegin weiß ich zum Beispiel, dass die Pflegedienstleitung das im Blick hatte: Sie verdiente als Haushaltshilfe weniger, arbeitete aber auch in der Pflege mit. Sie kommen von sich aus auf einen zu, wenn es Veränderungen gibt, man muss nicht extra fragen. Man merkt, die schauen nicht nur aufs Geld, sondern vor allem darauf, dass es für alle Kolleginnen fair zugeht. Dieses ganze Team ist für mich einfach ein Miteinander. Selbst wenn man die Pflegedienstleitung nicht jeden Tag sieht, weiß ich: Wenn irgendetwas ist, rufe ich sie an und sie geht sofort ran.

Warum arbeitest du hier in den Stiftungen?

Ich arbeite in den Stiftungen, weil ich mich hier wohlfühle. Deshalb fahre ich jeden Morgen 75 Kilometer hierher, also 150 Kilometer am Tag. Ich bin von hier weggezogen, aber ich weiß, was ich hier habe. Ich kenne viele Bewohnerinnen und Bewohner. Man hat hier seine Leute und ich fühle mich hier wohl. Deswegen nehme ich die lange Fahrt in Kauf. Ich möchte gar nicht wissen, was ich mir woanders erst wieder aufbauen müsste.